Bunbury

Oscar Wilde

Plakat Bunbury

Aufführungen

Fr. den 01.07.2005 um 19:30 Uhr
Premiere

Sa. den 02.07.2005 um 19:30 Uhr

So. den 03.07.2005 um 10:30 Uhr
Matinée

Do. den 07.07.2005 um 19:30 Uhr

Fr. den 08.07.2005 um 19:30 Uhr

Sa. den 09.07.2005 um 19:30 Uhr

Eintritt: 7.00 € (ermäßigt 4.00 €)
Studentenwohnheim Sauerbruchstraße
Heiglhofstr. 44 / UG
81377 München - Großhardern

Zum Inhalt

Möglicherweise war es der kleine englische Ort „Bunbury“, zwischen Birmingham und Liverpool in ländlicher Region, der Algernon, Abkömmling einer Adelsfamilie in London, dazu veranlasst hat, seinen kränklichen Freund auf dem Lande entsprechend zu nennen. Doch das ist nirgends festgehalten und bleibt damit eine reine Vermutung. Fest steht, dieser „Bunbury“ ist ein imaginäres Geschöpf, das es dem Erfinder Algernon ermöglicht, seinen allzu ernsten Verpflichtungen der Londoner Gesellschaft zu entfliehen, insbesondere seiner sich immer wieder zu Gurkensandwich und Tee einladenden Tante Augusta. So entronnen kann er sich dem wirklichen Lebensernst widmen, als Dandy durch ländliche Gegenden ziehen, zum reinen Vergnügen und um mit allem Ernst dem weiblichen Geschlecht nachzustellen, zu „bunburisieren“ wie er es zu nennen pflegt.

Auch sein ebenbürtiger Freund Jack erfreut sich seinerseits eines selbst erfunden Bruders, namens „Ernst“ - wie sich aufgrund eines verlorenen Zigarettenetuis gleich zu Beginn des Stücks herausstellt - um seinem noch ernsteren Leben zu entrinnen und wahrlich ernsthaft dem Vergnügen in London zu frönen. Auf dem Lande ist Jack ein sehr ernster Angehöriger der besser gestellten Gesellschaft. Verantwortung und Vorbildfunktion vor seinem Mündel geben ihm allen Grund seinen guten Ruf zu bewahren. Für den Einen ist es das ernsteste Anliegen der High Society Londons zu entfliehen. Für den Anderen der Wunsch das ernsthafte Leben auf dem Land für kurze Zeit hinter sich zu lassen, wobei beide sehr ernsthaft nach dem wirklichen Ernst des Vergnügens streben.
Dieses Treiben wird auf einmal ernsthaft, durch die jeweilige Begegnung mit der weiblichen und damit sehr ernst zunehmenden Angehörigen des Freundes, gestört. Diese Frauen sind den beiden Freunden im direkten Gegenüber äußerst zugetan, jedoch teilen sie die unüberwindbare Überzeugung, ernsthaft nur einen „Ernst“ lieben zu können. Denn wer ernst ist, erscheint langweilig und andere, wie beispielsweise Jack, können allenfalls respektiert werden.

Aufgrund dieses Umstandes sind Jack und Algernon gewillt, sich um der Ernsthaftigkeit willen „Ernst“ taufen zu lassen. Dabei stellt sich allerdings noch ein Problem der Herkunft, das unabdingbar gelöst werden muss. Ein Findelkind, ob es nun in einer Handtasche auf dem Viktoriabahnhof in Richtung Worthing gefunden wird oder anderswo, kann unter keinen Umständen akzeptiert werden, wenn sich dahinter nicht eine hochgestellte Familie verbirgt. Das süße Nichtstun, wie es sich für einen anständigen heiratsfähigen Mann gehört, ist in der besseren Gesellschaft doch nicht ausreichend. Standesdünkel ist verpflichtend.

Um diese äußerst ernsten Angelegenheiten entsteht ein Verwirrspiel der besonderen Art, mit einem Feuerwerk an Wortwitz und feinfühligen Dialogen, die bei aller Lieblichkeit allzu scharf das heuchlerische Dasein der Upperclass im damaligen England kritisiert. Die Frage um die weiterhin beständige Doppelmoral in allen oder doch nur in höheren gesellschaftlichen Schichten kann sich der Betrachter selbst stellen und möglicherweise auch beantworten.
Der Autor hat sich in den beiden Hauptfiguren in vielfältiger Hinsicht selbst gezeichnet, wie sein Lebensstil als Dandy und Ästhet deutlich zeigt. Durch das Einfließen kleiner Details verleiht er den Personen im Stück seine eigenen Züge.

10 Jahre Heiglhoftheater

Wir sehen heute mit viel Freude und Stolz auf unsere ersten 10 Jahre zurück. Mit dem heutigen Stück präsentieren wir ihnen unsere 19. Produktion: Bunbury. Ohne die zündende Idee von Igor und das persönlichen Engagement jedes Einzelnen wäre diese Leistung nicht möglich gewesen. Besonderen Dank möchten wir an dieser Stelle auch an das Studentenwerk München und nicht zuletzt an Herrn Maßberg aussprechen, der uns gerade am Anfang mit viel Unterstützung und Zuspruch geholfen hat. Aber was wäre das ganze ohne Sie, das Publikum. Wir bedanken uns bei Ihnen ganz herzlich für Ihre Unterstützung und wünschen Ihnen eine schöne Aufführung und uns weitere 10 Jahre.