Die Heirat

Nikolai Gogol

Plakat Die Heirat

Aufführungen

Do. den 16.10.2014 um 20:00 Uhr

Fr. den 17.10.2014 um 20:00 Uhr

Sa. den 18.10.2014 um 20:00 Uhr

So. den 19.10.2014 um 18:00 Uhr

Eintritt: 12.00 € (ermäßigt 10.00 €)
Pasinger Fabrik
August-Exter-Str. 1
81245 München

Fr. den 16.01.2015 um 20:00 Uhr

Sa. den 17.01.2015 um 20:00 Uhr

So. den 18.01.2015 um 18:00 Uhr

Eintritt: 12.00 € (ermäßigt 10.00 €)
Einstein Kultur
Einsteinstr. 42
81675 München

"Mir wird nichts anderes übrig bleiben, als mir das allerunschuldigste Sujet auszudenken, das nicht einmal der Quartalsaufseher übel nehmen kann. Was aber wäre eine Komödie ohne Wahrheit und Bosheit!"

Dies schrieb Nikolai Gogol 1833 in einem Brief, nachdem eines seiner Stücke von der Zensur beanstandet wurde. Wie natürlich war es also, über das Komödiensujet schlechthin zu schreiben: Die Heirat! Doch Gogol war niemand, der eine der üblichen Liebeskomödien in Shakespeare’scher Tradition geschrieben hätte, in der am Ende alle glücklich zusammenkommen: Wahrheit und Bosheit gehörten für ihn zusammen. Darum sind seine Charaktere egozentrisch und skurril, treten in Fettnäpfchen und werden lächerlich gemacht. Dadurch entsteht eine an Ironie und Tempo reiche Komödie – und darum geht es:

Mit großer Anstrengung gelingt es Ilja Kotschkarjow, seinen unentschlossenen Freund Podkolessin zum Besuch einer potentiellen Partnerin zu überreden. Doch wer sich seine Zukünftige über eine Partnervermittlung sucht, muss mit einem ganzen Haufen von Konkurrenten rechnen. So treffen im Haus der jungen Agafja sechs Männer aufeinander, die alle gerne ihr Ehemann werden würden. Die ausnahmslos schrägen Herren suchen aber natürlich nicht nach Liebe, sondern eher nach Statussymbolen, Sex oder Geld. Kotschkarjow macht sich einen Spaß daraus, die Freier auflaufen zu lassen und Agafja davon zu überzeugen, dass Podkolessin der Richtige ist. Doch dieser ist sich auf einmal gar nicht mehr so sicher, ob Heiraten überhaupt eine gute Idee ist…

Der Autor

Glaubt man so mancher Darstellung seiner Zeitgenossen, würde Nikolai Gogol (1809-1852) auch eine gute groteske Figur in einem seiner eigenen Dramen abgeben. Er hatte eine schlechte Haut, eine übermäßig lange, spitze Nase und war allem Anschein nach ein unzugänglicher, schwieriger Charakter. Doch dies versetzte ihn offenbar in die Lage, die Verkommenheit der russischen Gesellschaft wirklichkeitsnah und schonungslos zu beschreiben, mit einem Hang zum Grotesken und Satirischen. Mit beißendem Spott stellte er die Korruption und Großspurigkeit der Höhergestellten bloß. Auch wir Heutigen sollten uns ertappt fühlen, wenn Gogol die Lächerlichkeit dieser Menschen darstellt, die sich völlig selbstbezogen in ihren Scheinproblemen ergehen, weil es ihnen in Wahrheit zu gut geht.